19.07.2018 / Ortspartei Kreuzlingen / /

Schriftliche Anfrage: Budgetierung Schule mit Tagesstruktur

Gerne präsentieren wir die Stellungnahme unserer Gemeinderätin Ramona Zülle zur Beantwortung der schriftlichen Anfrage:

„Im Namen der CVP Fraktion möchte ich mich für die ausführliche Beantwortung meiner schriftlichen Anfrage zur Schule mit Tagesstrukturen bedanken.

Da ich selbst noch nicht betroffen bin und wohl in den nächsten Jahren noch nicht sein werde, habe ich die Beantwortung mit betroffenen CVP-Mitgliedern besprochen.

Es war für die Stadt- und die Schulbehörde sicherlich schwierig, den Bedarf der Hortplätze abzuklären. Da kein gesetzlicher Auftrag bestand und man als Bürger keinen gesetzlichen Anspruch auf einen freien Platz hat, war eine vertiefte Vorabklärung nicht angezeigt. Heute ist eine Prognose nach dem Start sicherlich einfacher. Man geht aufgrund der Jahrgänge respektive Schülerzahlen davon aus, dass rund 25% der Schüler respektive ihrer Eltern einen Hortplatz benötigen.

Man hat die Nachfrage damals unterschätzt, es gibt ein grosses Bedürfnis bei den Kreuzlinger Familien. Die einen brauchen ein zweites Einkommen, weil gerade in niederschwelligen Berufszweigen ein Lohn für den Familienunterhalt nicht ausreicht. Wenn nicht beide Elternteile arbeiten können, droht einigen von ihnen der Gang zum Sozialamt.

Es gibt aber auch Familien mit bestens ausgebildeten Elternteilen. Vor allem für Frauen mit guter Berufs- und Kaderausbildung ev. Studium ist es ein Problem aus dem Berufsleben auszusteigen und sich nur noch der Kinderbetreuung zu widmen. Gerade der spätere Widereinstieg, wenn die Kinder selbständig sind, gestaltet sich für die betroffenen Frauen oft schwierig. Nicht zu vergessen, dass die Wirtschaft beim anhaltenden und für die Zukunft drohenden Fachkräftemangel immer mehr auf den beruflichen Einsatz beider Elternteile angewiesen ist.

Der Start mit dem Projekt Schule mit Tagesstruktur ist zwar gelungen nun gilt es, unserer Meinung nach, das Bedürfnis für die Zukunft genau abzuklären. Die betroffenen Eltern brauchen vorzeitig Klarheit, ob sie mit einem Hortplatz rechnen können oder nicht. In der Beantwortung meiner Anfrage ist diese Unsicherheit noch nicht gebannt, eine Gewähr gibt es darin nach wie vor nicht und es besteht, wie schon erwähnt, auch kein gesetzlicher Anspruch.

Die jetzigen Anmeldungen sowie die Schülerzahlen, aber auch eine Umfrage sollten über die Bedürfnisse Klarheit schaffen. Die Eltern bis jeweils Frühjahr vor Schulbeginn in nebulösen Ungewissheit zu lassen, ist für die Betroffenen eine schwierige Situation. Die Betroffenen brauchen Klarheit für ihre Familien- und Berufsplanung. Auch die Wirtschaft braucht Klarheit, ob sie mit einem weiteren Arbeitseinsatz, vor allem der Mütter, rechnen kann. Es darf im Übrigen auch nicht vergessen werden, dass ein gutes Hortplatzangebot einen wichtigen Standortvorteil für Kreuzlingen bedeutet und viele Zweiverdienerfamilien anziehen kann, was sich positiv auf die Steuerertragsseite der Stadt auswirkt.

Wir erwarten aus diesem Grund in der kommenden Botschaft an den Gemeinderat sowie an das Volk:

  • Eine Antwort darüber, ob mit der geplanten Platzerhöhung die Hortplatz-Nachfrage von 25% der Schüler abgedeckt werden kann oder wenn nicht, in welchem Umfang und was die Gründe dafür sind?
  • Klarheit über die Kriterien der Platzvergabe und ob es Kriterien gibt, aufgrund derer eine Bevorzugung bei der Hortplatzvergabe erfolgt (z.B. Berufstätigkeit beider Elternteile, tiefes Gesamtfamilieneinkommen)?
  • Prüfung der Erhöhung der obersten Tarifstruktur bei gutverdienenden Eltern, sodass mit dem Mehrertrag weitere Hortplätze geschaffen werden könnten.

Abschliessend hoffe ich, dass wir für die betroffenen Familien schnellstmögliche Gewissheit schaffen und geeignete Lösungen finden. Die CVP-Fraktion wird sich mit Nachdruck für eine erweiterte Lösung der Schule mit Tagesstruktur einsetzen.

Ramona Zülle, Gemeinderätin CVP Fraktion“

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