08.10.2013 / Allgemein / /

Rat hat ein Herz für die Jugend

Das Budget 2014 der Stadt Kreuzlingen passierte die gestrige Gemeinderatssitzung ohne Gegenstimme. Gestrichen wurde nichts, dafür gibt es etwas mehr Geld für die Jugendförderung im Sport.

Nur einmal wurde es gestern abend knapp: Das Gemeindeparlament hatte über einen Antrag aus der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission zu befinden. Dieser forderte, die Beiträge für die Jugendförderung im Sport von 21 000 Franken auf 42 000 Franken zu verdoppeln.

Die Idee stammte von Thomas Dufner, CVP, der mit der Geste ein Zeichen setzen wollte. «Die Beiträge sind viel zu niedrig. In den Sportvereinen finden Jugendliche eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, und sie werden integriert.» Ausserdem würden die Trainer in diesem Bereich viel ehrenamtliche Arbeit leisten.

Präsident spielt Schicksal
Stadträtin Dorena Raggenbass mahnte zwar noch, man solle abwarten, bis das regionale Sportanlagenkonzept ausgearbeitet sei. Man wolle im Bezirk eine einheitliche Lösung.

Der Rat war in der Frage gespalten, wie auch die Diskussion zeigte. Die Erhöhung des Budgetpostens kam nur dank dem Stichentscheid von Gemeinderatspräsident Alfredo Sanfilippo, CVP, zustande.

Ein weiterer Antrag kam aus der Küche der SVP. Peter König wollte die Beiträge für Kultur pauschal um 8 Prozent kürzen. Er begründete dies mit einem «Missverhältnis zu den Beiträgen für den Sport». Mehrere Votanten waren der Meinung, König müsse genauer definieren, wo die Einsparungen zu tätigen seien. Schliesslich bestünden ja Leistungsvereinbarungen mit den Kulturanbietern, auf die diese sich verlassen würden. Beat Rüedi, FDP, machte geltend, der Vergleich mit dem Sport sei zu relativieren, da dort die Infrastruktur mehr koste als bei der Kultur. Der Antrag fiel schliesslich mit 9 Ja- zu 21 Nein-Stimmen durch.

Zug-Abo bleibt günstig
Ganz ins Detail ging das Anliegen von Thomas Leuch, EVP. Er beantragte, die Preise der gemeindeeigenen SBB-Tageskarten von 38 auf 40 Franken zu erhöhen. Dieser Antrag blieb chancenlos.

Insgesamt gab es von den Fraktionen viele positive Äusserungen zum Budget, das mit einem kleinen Plus von knapp 100 000 Franken rechnet. Ursprünglich war ein Überschuss von fast 800 000 Franken vorgesehen. Beiträge im Gesundheits- und Sozialbereich mussten aber nach oben korrigiert werden. Das stiess insbesondere der CVP-Fraktion etwas sauer auf. «Diese Korrektur hat uns überrascht und geärgert», sagte Elmar Raschle. Wenn man dies früher gewusst hätte, hätte man das Budget genauer angeschaut.

SP fordert mehr Kreativität
Bei den anderen Parteien war die Korrektur kein grosses Thema. Die SP kritisierte anderes. «Das Budget ist mut- und emotionslos», sagt Ruedi Herzog. Es sei ernüchternd, wie viel die Stadt in letzter Zeit devestiert habe, etwa den «Löwen» oder den «Bären». Zudem würden die Xentrum-Projekte auf der Agenda immer weiter nach hinten geschoben. Die SP vermisse Ideen für kleinere Projekte.

Die FDP bedauert, dass die Stadt nach wie vor auf Vorfinanzierungen setzt. Der Personalaufwand habe sich zudem leider nicht stabilisiert, meinte Beat Rüedi. Dass das Plus klein ausfallen soll, beunruhigt ihn nicht. «Wir haben in den letzten Jahren ja auch danebengeschossen.» Rüedi sprach die sehr guten Rechnungsabschlüsse an, mit denen man Steuern auf Vorrat eingezogen habe.

Knacknüsse kommen noch
Die SVP beteuerte ihr grosses Vertrauen in das Personal der Finanzabteilung. Peter König stellte fest, dass sich die Investitionen mit 4 Millionen Franken im Rahmen halten. «Die grossen Knacknüsse haben wir in Zukunft zu lösen.»

In der Schlussabstimmung sagten 31 der anwesenden Gemeinderäte Ja zum Budget 2014. Es gab keine Gegenstimme, aber drei Enthaltungen. Der Voranschlag kommt nun im November noch vors Volk.

Martina Eggenberger Lenz, Thurgauer Zeitung