14.11.2015 / Allgemein / /

Bericht zur Besichtigung der Bauverwaltung

Kreuzlingen gestalten

Stadtrat Ernst Zülle und Bauverwalter Heinz Theus informierten die Mitglieder der CVP Kreuzlingen letzten Freitag über die wichtigsten Bauprojekte der Stadt.

Der kurzweilige Informationsabend wurde begleitet durch eine Besichtigung der Büroräumlichkeiten der Bauverwaltung. Das geplante neue Stadthaus stand zwar nicht im Zentrum des Abends, die teils spartanische Einrichtung und die in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten vermittelten den Eindruck, dass ein neues Stadthaus gerade richtig käme. Ein Fingerzeig auf die kommende Abstimmungsvorlage?

Hochhäuser bauen, Grünfläche schaffen, Dorfkerne erhalten
Im Klausenkeller begrüsste Stadtrat Ernst Zülle und übergab das Wort bald darauf dem „wandelnden Lexikon“ und Bauverwalter Heinz Theus. Dieser referierte auch für Laien anschaulich über Zonen-, Richt- und Gestaltungspläne. Im Richtplan ist vorgegeben, dass Kreuzlingen bis 2040 als urbanes Zentrum 17 Hektaren oder umgerechnet rund 24 Fussballfelder zusätzliches Bauland zur Verfügung stellen soll. Bei der Umsetzung dieses Richtplans im neuen Gestaltungsplan wird versucht die Struktur der alten Dorfkerne Egelshofen, Kurzrickenbach und Emmishofen zu erhalten und in geeigneten Stadtgebieten verdichtet zu bauen. Die Dichte soll in Kreuzlingen unter anderem mit Hochhäusern mit 28 und 40 Metern Höhe gestaltet werden. Heinz Theus betonte dabei die Chancen, welche Hochhäuser bieten: Durch sie entsteht mehr Grünfläche um die Häuser herum, da die Abstände zwischen den Gebäuden grösser sein müssen. Der Schattenwurf von Hochhäusern auf die benachbarten Gebäude darf zudem nicht grösser sein als bei einem Regelbau. Die Hochhäuser werden in den Siedlungskörper hineinkomponiert und sollen so das Zentrum verstärken.

Gut Ding will Weile haben
Ab Ende 2017 kann der Gemeinderat dann über den Gestaltungsplan beschliessen und fakultativ kommt die Vorlage auch noch vors Kreuzlingen Stimmvolk. Erst dann wird der Plan beim Kanton zur Bewilligung eingereicht. Auf Nachfrage aus dem Publikum betonte Heinz Theus, dass es sich lohne die Arbeit seriös und integral zu machen, was seine Zeit dauere, dafür sollte der Kanton den Gestaltungsplan dann auch wirklich bewilligen.

Der neue Gestaltungsplan: Eine gefreute Sache
Anhand des Stadtteils Konstanzerstrasse/Brückenstrasse von 1962 zeigte Ernst Zülle anschliessend auf, dass der Gestaltungsplan von 1962 zwar immer noch gilt, aber nicht mehr umsetzbar ist. Deswegen wird der alte Plan aufgehoben und ein neuer gemacht. Es sollen neue Gebäude gebaut, öffentliche und halbprivate Wege geschaffen und der Schoderbach unter den ehemaligen Migrosparkplätzen soll wieder sichtbar werden. Nicht zuletzt ist auch in diesem Stadtteil eine Tiefgarage geplant, die zum grossen Ziel von Kreuzlingen, private Autos unter den Boden zu bringen, beitragen soll. Auch Ernst Zülle ist überzeugt, dass die Schaffung des Gestaltungsplans zwar ein ganz langer Prozess ist, das Resultat aber eine gefreute Sache wird. Man darf gespannt sein!

Caesar Andres, 09.11.2015


Leiter der Bauverwaltung Heinz Theus erklärt das Hochhauskonzept


Stadtrat Ernst Zülle erklärt den Gestaltungsplan Konstanzer/Brückenstrasse


CVP Ortparteipräsident Walter Schmid und Stadtrat Ernst Zülle vor den Plänen der Neugestaltung Romanshornerstrasse